Warum braucht die Großregion die Eisenbahn-Neubaustrecke Luxemburg-Saarbrücken?

 

PRO-Zuchstreck-LuxSaar

In Luxemburg fehlt eine Zugverbindung zwischen Luxemburg-Stadt und Saarbrücken. Auf den folgenden Seiten wird die Notwendigkeit des Projekts "PRO Zugstrecke LuxSaar" aufgezeigt und eine mögliche Trassenführung dargestellt.

3.1.  Randbedingungen und Herausforderungen

 

Für die Realisierung der Zugstrecke zwischen Luxemburg und Saarbrücken müssen die Mosel und die Saar mit ihren jeweiligen Tälern bewältigt werden. Zwischen den beiden Flüssen muss eine Höhe von 400 Meter über dem Meeresspiegel überquert werden. Auch auf Luxemburger Seite müssen mehrere Höhenmeter durch das sehr hügelige Gelände bewältigt werden. Diese Randbedingungen stellen große Herausforder-ungen an die Trassierung dar, da zum einen die maximal zulässige Steigung bei gleichzeitiger Berücksichtigung von möglichst großen Kurvenradien für Zugstrecken eingehalten werden muss; zum anderen soll die Streckenlänge minimiert werden, damit die Fahrzeit und die Baukosten niedrig gehalten werden. Die urbanistische Situation stellt eine weitere Herausforderung  dar,  da  eine  Trassierung  nur  auf unbebaute

 

Flächen begrenzt ist. Das Gelände auf Luxemburger Seite ist dabei im Vergleich zu Deutschland sehr dicht bebaut. Kreuzungsstraßen und Flüsse sollen möglichst senkrecht von der Zugstrecke geschnitten werden. Die Ortschaften zwischen beiden Städten sollen möglichst sinnvoll angefahren werden, damit Bahnhöfe entstehen können, die für eine maximale Nutzung in der Region sorgen. Der Süden des Remicher Kantons ist dichter bewohnt als der Norden, dafür aber weitaus bergiger und dadurch kostenintensiver im Hinblick auf das Erfordernis von einigen Kilometern an Tunnelbauten. Für die beschriebenen Umstände gilt es, die optimale Lösung zu finden, damit zum einen die Nutzung der Neubaustrecke maximiert wird und zum anderen die Baukosten die Realisierung der Strecke nicht gefährden.
 

3.2.  Mögliche Trassenführung

 

Für die Realisierung einer Zugverbindung zwischen Luxemburg und Saarbrücken können auf luxemburgischer Seite elf Kilometer Bestandsstrecke bis Moutfort herangezogen werden, auf der deutschen Seite 48 Kilometer zwischen Saarbrücken und Mettlach. In beiden Orten knicken die Bestandsstrecken jeweils nach Norden ab, um die Stadt Trier anzufahren. Zwischen beiden Ortschaften wird eine Neubaustrecke benötigt, welche das wellige Gelände der Mosel und der Saar bewältigt. Die Luftlinie zwischen beiden Ortschaften beträgt 30 Kilometer. Die dichte Besiedelung im Bereich des Streckenknicks in Moutfort macht eine Anbindung an dieser Stelle unmöglich. Als deutlich günstiger stellt sich eine Anbindung in Contern heraus, da hier ein Anschluss außerhalb der Ortschaft und somit auf ungenutzter Fläche entstehen kann. Auch Mettlach eignet sich eher schlecht für einen Anschluss der Neubaustrecke. Das Gelände westlich der Saar besitzt eine zu starke Neigung, damit es von einem Zug bewältigt werden kann. Deutlich günstiger stellt sich eine Anbindung der Neubaustrecke bei Merzig dar, da das Gelände hier deutlich flacher ist. Der Anschluss der Bestandsstrecke erfolgt im vorliegenden Industriegebiet. Die Neubaustrecke durchtrennt somit keine Wohnsiedlungen und die Natur um die Saarschleife bleibt unberührt. Zwischen Merzig und Büschdorf kann die Trasse entlang der Autobahn A8 verlegt werden, sodass eine Trassenbündelung entsteht und die Zerschneidung der Landschaft minimiert wird. Ab Büschdorf weicht die Strecke in westlicher Richtung von der Autobahn ab, da die Autobahn in diesem Bereich eine zu hohe Geländeneigung für Zugstrecken aufweisen würde. Die Strecke verläuft mit maximalem Radius und unter Berücksichtigung der Maximalneigung in nördlicher Richtung und überquert die Mosel zwischen Remich und Stadtbredimus. Im Vergleich zu einer Überquerung  des  Flusses

 

weiter südlich ist das Moseltal an dieser Stelle weitaus flacher, sodass Brücken- und Tunnelbauwerke minimiert werden können. Gleichzeitig kann die Kleinstadt Remich angefahren werden, welche zu einer der größten Ortschaften im Kanton zählt und im Sommer viele Touristen auf ihre Esplanade lockt. Zwischen Remich und Contern wurde eine Trasse gewählt, welche die dazwischenliegenden Gemeinden sinnvoll anfährt, damit mehrere Bahnhöfe für die Region entstehen können. Gleichzeitig wird eine Trasse gewählt, welche die Straßen N28 und E29 möglichst senkrecht schneidet und die bestehenden Wohnsiedlungen in den Ortschaften umfährt. In Medingen muss der Kiem bewältigt werden, wodurch ein Tunnelbauwerk von 3 Kilometer Länge benötigt wird. Insgesamt entsteht eine Neubautrasse mit 37,6 Kilometern Streckenlänge, wovon 12,9 Kilometer sich auf luxemburgischem Boden befinden. An der Anschlussstelle in Merzig beträgt der Radius 3000 Meter. Für die restliche Strecke konnte ein Minimalradius von 4000 Meter herangezogen werden, wodurch eine Maximalgeschwindigkeit für Züge von 170 km/h realisiert werden kann. Für die Berücksichtigung einer Maximalneigung von 40‰ werden neben dem Tunnel „Kiem“ mehrere kleine Tunnelbauwerke und Brücken nötig, die eine Trassenführung durch das äußerst wellige Gelände möglich machen.


Die vorgestellte Strecke stellt eine mögliche Trassenführung dar, welche von mir persönlich ausgearbeitet wurde und noch viel Verbesserungspotenzial besitzt. Dabei soll sie lediglich beweisen, dass eine Zugverbindung zwischen Luxemburg und Saarbrücken machbar ist. Sollte die vorgeschlagene Zugverbindung von der Gesellschaft positiv aufgenommen werden, gilt es die Trassierung weiter zu optimieren, damit die Großregion einen maximalen Nutzen davonträgt.

Abbildung 3.1: Lageplan einer möglichen Trassenführung für die Neubaustrecke zwischen Luxemburg-Stadt und Saarbrücken.
Abbildung 3.2: Längenschnitt (Höhenplan) der vorgeschlgenen Trassenführung für die Neubaustrecke zwischen Luxemburg-Stadt und Saarbrücken.
3.3.  Vorteile für die Region

 

Durch die Neubaustrecke erhalten die Menschen aus dem Remicher Kanton eine Zugverbindung zur Hauptstadt, indem sie in das neue Verkehrskonzept Tram-Train integriert werden. Die Zugverbindung ersetzt dabei die jetzigen Busverbindungen, wodurch eine enorme Verbesserung des öffentlichen Transports erreicht wird. Aufgrund der geographischen Gegebenheiten wurde die Zugstrecke durch den nördlichen Teil des Kantons verlegt. Auf Luxemburger Seite können neben Contern und Remich weitere Bahnhöfe in Bous und Waldbredimus entstehen, welche für eine ausreichende Verteilung der Zugreisenden aus dem Kanton sorgen. Eine zu große Konzentration der Reisenden auf einen Bahnhof kann verhindert werden, wodurch erneute Staubildungen vermieden werden. Analog zu den Bushaltestellen können die Bewohner ihren Bahnhof mit dem Auto anfahren, indem ausreichende Parkflächen entstehen müssen, die für einen reibungslosen Umstieg   zwischen   den   Verkehrsmitteln   sorgen.  Die  jetzige

 

Fahrzeit im PKW-Berufsverkehr kann durch die Neubau-strecke für den Bürger im Kanton im Durchschnitt halbiert werden. Eine genaue Berechnung der Zeitersparnisse für die einzelnen Gemeinden kann der folgenden Tabelle entnommen werden. Die Umstrukturierung des öffentlichen Transports im Kanton würde den Nahverkehr revolutionieren, wodurch eine ernstzunehmende Alternative zur Anreise der Hauptstadt mit dem PKW angeboten werden kann. Neben dem Einstieg der Menschen aus der Ortschaft könnte zusätzlich in Remich eine Umsteigemöglichkeit von der Bestandszugstrecke Thionville-Trier auf die Neubaustrecke entstehen, indem neben den Saarländern und Luxemburgern auch ein Großteil der Menschen aus Rheinland-Pfalz und dem französischen Lothringen von der Neubaustrecke profitieren können. Die Reichweite der Neubaustrecke würde dabei vergrößert werden, wodurch der Nutzen der Strecke weiter gesteigert werden kann.

Abbildung 3.3: Auswirkungen der Neubaustrecke auf die Fahrzeiten zwischen den jeweiligen Gemeinden und der Hauptstadt bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrs.
Abbildung 3.4: Übersicht der einzelnen Gemeinden in Bezug auf die Fahrzeiten zwischen den Gemeinden und der Haupt-stadt.
 

Auf deutscher Seite könnten weitere Bahnhöfe in Borg und Wehingen entstehen, welche für eine Anbindung der deutschen Moselseite sorgen. Über die bestehenden Bahnhöfe auf der Bestandsstrecke Trier-Saarbrücken könnten die weitere Grenzgänger aus Deutschland für eine Anfahrt der luxemburgischen Hauptstadt einsteigen. Dabei würde für den täglichen Pendlerstrom eine Regionalbahn zum Einsatz kommen, welche an allen Bahnhöfen auf der Strecke hält. Für die Abwicklung des Fernverkehrs zwischen Luxemburg und Deutschland könnte eine Expressverbindung zwischen Luxemburg und Saarbrücken verkehren.  Dabei  könnte  der  Zug

 

mit Höchstgeschwindigkeit ohne Zwischenhalt verkehren und innerhalb von 35 Minuten das Ziel erreichen. Sie würde somit die bestehende Busverbindung zwischen beiden Städten ersetzen und um ein vielfaches schneller sein. Diese schnelle Verbindung nach Saarbrücken würde eine beachtliche Attraktivitäts-steigerung der gesamten Zugverbindungen nach Deutschland mit sich bringen. Für im Grunde alle Städte südlich des Mains würde die Neubaustrecke eine Zeitersparnis von mehreren Stunden mit sich bringen. Eine genaue Übersicht kann folgender Tabelle entnommen werden.

Abbildung 3.5: Mögliche Fahrzeitverbesserung zwischen Luxemburg-Stadt und Saar-brücken durch die Realisierung der Neubaustrecke.
Abbildung 3.6: Übersicht für die Anreise der deutschen Großstädte außerhalb von Nordrhein-Westfalen in Bezug auf die unterschiedliche Transportmöglichkeiten.
 

Die Neubaustrecke bringt zusätzlich starke Verbesserungen im Fernverkehr mit sich. Die jetzige Reise nach Berlin mit dem Zug setzt eine Fahrt über Trier und Koblenz voraus. Weitere größere Zwischenstationen sind Köln und Hannover. Während der gesamten Fahrzeit verkehrt der Zug über Strecken, bei denen er lediglich Geschwindigkeiten unterhalb von 200 km/h fährt. Die jetzige Fahrzeit beträgt im Durchschnitt 9 Stunden. Eine Autofahrt hingegen dauert ohne größere Verkehrsprobleme gute 8 Stunden und ist somit 1 Stunde schneller als der Zug. Durch die Neubaustrecke wäre der Reisende innerhalb von 35 Minuten in Saarbrücken. Die Weiterreise über Mannheim erlaubt dem Reisenden eine Befahrung der Schnellfahrstrecken, bei denen der Zug Höchstgeschwindigkeiten von 300 km/h erreicht. Die Schnellfahrstrecken sind zum Teil schon in Betrieb. Ein weiterer

 

Teil ist noch in Planung. Nach der Fertigstellung könnte die Reisezeit für Luxemburg-Berlin auf rund 6 Stunden verkürzt werden. Der Zug wäre somit zwei Stunden schneller als das Auto. Bei einer Reise mit dem Flugzeug muss der Reisende von Haustür zu Haustür mit ungefähr 5 Stunden rechnen. Durch die bessere Eco-Bilanz und die Möglichkeit zur besseren Zeitnutzung im Zug, würde der Zug gegenüber dem Flugzeug in Konkurrenz treten. Die neue Zugstrecke nach Berlin würde somit Geschäftsreisende und Studenten aus Berlin ansprechen. Berlin ist außerdem mit seiner prägenden Historie bei den Luxemburgern beliebt für einen Kurzurlaub. Auch hierfür könnte sich die Zugstrecke zu einer sinnvollen Alternative zum Flieger entwickeln.

Abbildung 3.7: Mögliche Verbeserung der Zugreise zwischen Luxemburg-Stadt und Berlin durch die Realisierung der Neubaustrecke.
 

den Reisenden nicht wirklich in Betracht gezogen wird. Durch die Neubaustrecke nach Saarbrücken könnte sich dies jedoch ändern. Mit guten 5 Stunden Fahrtzeit würde man eine Stunde kürzer als das Auto brauchen. Der Zug würde ähnlich wie die Strecke nach Berlin über viele Kilometer auf Schnellfahrstrecken verkehren. Dabei sind auch die verschiedenen Abschnitte bereits in Betrieb oder noch in Planung. Auch Hamburg ist ein beliebtes Ziel für einen Kurzurlaub der Luxemburger. Mit der Eröffnung der Elbphilharmonie wurde die Attraktivität der Stadt nochmal stark gesteigert.

 

Auch eine Zugreise nach Hamburg würde durch die Neubaustrecke revolutioniert werden. Bisher fährt der Reisende ähnlich zu der Strecke nach Berlin über Trier, Koblenz und Köln. Ab Köln verkehrt der Zug dann über Münster und Bremen nach Hamburg. Ähnlich zur Strecke nach Berlin sind die Gleise auf der Strecke nur für Geschwindigkeiten unterhalb von 200 km/h ausgelegt, sodass der Zug knappe 8 Stunden zwischen Luxem-burg und Hamburg braucht. Eine Autofahrt hingegen dauert mit 6 Stunden gute 2 Stunden weniger. Dabei wird ersichtlich, dass bis zum jetzigen Stand eine Zugverbindung nach  Hamburg  von 

Abbildung 3.8: Mögliche Verbeserung der Zugreise zwischen Luxemburg-Stadt und Hamburg durch die Realisierung der Neubaustrecke.
 

Die Strecke Luxemburg-München wird zum jetzigen Zeitpunkt hauptsächlich durch die Flugzeugverbindung geprägt, bei der der Reisende für recht erschwingliche Preise die Auswahl zwischen insgesamt sieben Luxair- und Lufthansaverbindungen am Tag besitzt. Durch die schwierige Verkehrssituation um Stuttgart ist eine Autofahrt nach München bei den Luxemburgern   eher   unbeliebt.   Die  Zugverbindung  hingegen
 

 

wird nur von den Wenigsten in Betracht gezogen. Durch die schlechte Verbindung nach Saarbrücken wird unnötig viel Zeit verloren. Durch die Neubaustrecke könnte sich dies ändern. Mit der Fertigstellung von Stuttgart 21 im Jahr 2021 würde die Fahrzeit von knappen 8 Stunden auf beachtliche 4 Stunden sinken. Der Zug würde sich damit als wahre Alternative zum Flugzeug durchsetzen.

Abbildung 3.9: Mögliche Verbeserung der Zugreise zwischen Luxemburg-Stadt und München durch die Realisierung der Neubaustrecke.
 

Die Flugverbindung Luxemburg-Frankfurt wurde 2015 von der luxemburgischen Airline Luxair abgesetzt. Den vielen Geschäftsreisenden nach Frankfurt bleibt jetzt lediglich das Auto übrig, da eine Zugverbindung mit 4,5 Stunden Fahrzeit viel zu uninteressant erscheint. Die Neubaustrecke würde jedoch auch diese Verbindung durch eine Reduktion der Fahrzeit auf gute zwei Stunden revolutionieren. Der Geschäftsreisende könnte dabei im Vergleich zum Auto seine Zeit sinnvoll nutzen, indem er während der Zugfahrt weiterarbeiten kann. Gut vorstellbar wäre ähnlich  zu  der  Verbindung   Luxemburg-Paris

 

eine mehrmals tägliche ICE-Verbindung zwischen Luxemburg und Frankfurt. Dabei würde sie hauptsächlich von den Geschäftsreisenden und von Urlaubern, die zum Frankfurter Flughafen wollen, genutzt werden. Auch zum Erreichen anderer deutscher Städte könnten die Reisenden mit der ICE-Verbindung nach Frankfurt in Mannheim auf einen weiteren ICE-Zug umsteigen. Der Großteil der deutschen Städte könnte somit mit einem einmaligen Umsteigen erreicht werden, was eine enorme Verbesserung der jetzigen Situation darstellen würde.

Abbildung 3.10: Mögliche Verbeserung der Zugreise zwischen Luxemburg-Stadt und Frankfurt durch die Realisierung der Neubaustrecke.
 

gehen, studieren in Deutschland. Die luxemburgischen Studenten in Saarbrücken, Kaiserslautern, Karlsruhe, Heidel-berg, München, Frankfurt und Berlin würden somit eine ernstzunehmende und umweltfreundliche Alternative zu ihren jetzigen Verkehrsanbindungen erhalten.

 

Mit der Neubaustrecke nach Saarbrücken würde die Anreise deutscher Städte von Luxemburg aus revolutioniert werden. Dabei würden Geschäftsreisende und Urlauber davon profitieren. Die deutschen Universitäten sind bei Luxemburgern sehr beliebt. Knapp 30 Prozent der Luxemburger, die ins Ausland

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